Umgang mit rechtsextremen Erscheinungsformen im Klassenraum
Ein rechter Spruch im Unterricht, provozierende Propaganda oder diskriminierende Beleidigung von Mitschüler/innen – Lehrende müssen häufig sehr schnell entscheiden, wie sie reagieren. Häufig wird jedoch übersehen, dass Schüler/innen nicht nur Problemträger/innen sind, sondern in den Klassen auch Lösungspotenziale liegen.
Um möglichst präzise und praxisnahe Aussagen zu finden, sollen im Workshop Fälle aus der eigenen Arbeit der Teilnehmenden reflektiert werden. An ihnen wird unter folgenden Fragestellungen gearbeitet:
- Welche Wirkung hat ein Spruch, eine Aktion in der Klasse: Wie verhält sich das Umfeld des Senders? Wie reagieren Betroffene und Unbeteiligte?
- Was ist der Kontext: Wie ist das Klima an der Schule? Besteht Einfluss von rechtsextremen Gruppierungen?
- Welche Problemlösungsressourcen schlummern in der Klasse und wie können sie aktiviert werden?
- Was sind mögliche Reaktionsweisen und welche davon haben Priorität? Was kann und will ich realistischerweise erreichen?
- Welche Unterstützung brauche ich durch das Kollegium, die Schulleitung? Welche externen Unterstützungsangebote gibt es?
Im Zentrum des Workshops steht die gemeinsame Diskussion in kleiner Gruppe, unterstützt durch Soziogrammtechnik. Je nach Bedarf bzw. der Situation in der Klasse/ Schule kann der Workshop durch Informationen zur rechtsextremen Szene vor Ort, Kriterien zur Einschätzung der Szeneeinbindung von Schüler/innen, rechtsextremen Argumentationstechniken und Gegenargumenten sowie andere Aspekte ergänzt werden.
Der Workshop richtet sich an Lehrende und Sozialarbeiter/innen, die bereits über konkrete Erfahrungen mit rechtsextremen Erscheinungsformen verfügen und die diese auch auswerten wollen. Denkbar ist auch eine Integration des Angebots in eine Fachkonferenz oder einen Studientag des Kollegiums.
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